Abschalten vor dem GAU!

Wir, unsere Kinder und Enkel werden bedroht

Das AKW Gundremmingen wird 50 Jahre alt. Der Block A ging Ende 1966 in Betrieb und hatte Anfang 1977 einen Unfall mit Totalschaden. Die Blöcke B und C wurden 1984 eingeschaltet und waren nach 19 Jahren abgeschrieben. Ihr technisches Konzept stammt aus den 1960er- und 1970er Jahren. Es sind die zwei letzten Siedewasserreaktoren (SWR) in Deutschland. Die anderen acht sind schon stillgelegt.

SWR waren billiger zu bauen als die meistens errichteten Druckwasserreaktoren (DWR). Dafür sind die SWR gefährlicher, da sie nur einen Hauptkreislauf haben und bei ihnen die für die Re-gelung und Notabschaltung wichtigen Steuerstäbe von unten in den Reaktor gepresst werden. Auch liegen bei den SWR anders als bei den DWR die brisanten Abklingbecken mit dem unge-heuren Atommüll außerhalb des Sicherheitsbehälters. Der Atommüll wird dort erheblich weniger geschützt. Alle vor fünf Jahren in Fukushima havarierten Atommeiler waren ebenfalls SWR.

Die zwei Gundremminger Reaktoren erfüllen wegen mangelhafter Auslegung der Notkühlsys-teme nicht einmal die Vorschriften des ursprünglichen Kerntechnischen Regelwerks. Ihr Wei-terbetrieb wurde vor Jahren nur mittels Durchsetzung von Ausnahmebestimmungen durch die Bayerische Staatsregierung möglich.

Das zwischen Augsburg und Ulm gelegene schwäbische Gundremmingen ist jetzt, wenn man die Radioaktivität als Maßstab nimmt, Deutschlands Atommüll-Hauptstadt. Nirgendwo sonst in unserem Land lagert so viel Atommüll. Er ist beängstigend unsicher eingeschlossen. Und nie-mand weiß, wo, wie und wann dieser Atommüll endgelagert werden soll. Jeden Betriebstag er-zeugt jeder Reaktor rund 70 Kilogramm hochradioaktiven Atommüll. Darin etwa ein halbes Ki-logramm Plutonium. Das wird unsere Kinder und Enkel und weitere 35.000 Generationen treffen.

Bis heute haben RWE und EON als Betreiber auch nicht geklärt, was die Ursache der über-durchschnittlich vielen Krebserkrankungen von Kindern in der Umgebung der deutschen AKW ist.

Unsere Chance
Sehr erfolgreich haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten die Erneuerbaren Energien in unse-rem Land ausgebaut. So können wir trotz der ungenügenden Fortschritte beim Energiesparen und der Energieeffizienz jetzt unsere Stromversorgung ohne Atomkraft bewerkstelligen. Der Strom aus neuen Landwindkraftanlagen kostet 7 – 9 Cent je Kilowattstunde. Der aus neuen  PV-Anlagen 8 – 13 Cent. Dank technischer Fortschritte sinken diese Preise weiter. Das AKW Gundremmingen kann mit geringen Anstrengungen sofort abgeschaltet werden, ohne dass un-sere Versorgung gefährdet ist. Zur Erinnerung: Im Jahr 2010 wurde von den Atomkonzernen behauptet, dass ohne eine Laufzeitverlängerung der AKW die Stromversorgung gefährdet sei. Nach Beginn der Fukushimakatastrophe im Jahr 2011 wurden in Deutschland dann acht alte AKW sofort abgeschaltet. Und dennoch hatten wir einen Stromexportüberschuss. Der von Jahr zu Jahr neue Rekorde erzielt. Im Jahr 2015 war unser Stromexportüberschuss mehr als das doppelt so groß wie die Gundremminger Jahresstromproduktion.
Eine Versorgung mit annähernd 100 Prozent Erneuerbare-Energie-Strom ist bis zum Jahr 2030 gut machbar. Auch die Behauptung, dass Atomstrom billig sei, ist durch die Offenlegung der Folgekosten für nicht auszuschließende Atomunfälle wie auch die Kostenprognosen für die Atommülllagerung widerlegt worden.


Weitere Informationen:

Hintergrundinformationen zum AKW Gundremmmingen des BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Hintergrundinformationen zum AKW Gundremmmingen des Internetseiten des FORUM e.V.

BUND-Kampagne zur Verankerung des Atomausstiegs im Grundgesetz: Atomkraft muss Geschichte werden

Informationen über Anreisemöglichkeiten zur Demo am 23.4.2016

Demonstration am AKW Isar am 17.4.2016 in Niederaichbach bei Landshut